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Oldenburg

Dammer Karneval: Mehrere zehntausend Besucher beim größten Umzug in der Region

(12.02.12, 22:02 Uhr) Damme. Das Maß der Dinge in der Region: 9000 aktive Narren, rund 200 Wagen, 25 Musikkapellen und schätzungsweise mehr als 50000 Besucher: In Zahlen ausgedrückt nimmt der Dammer Karneval durchaus rheinische Dimensionen an. Drei Tage lang regieren in der Kleinstadt mit rund 16000 Einwohnern die Narren. Die Dammer Carnevalsgesellschaft veranstaltet dabei nicht nur den größten Karnevalsumzug Nordwestdeutschlands, sondern ist mit dem Gründungsjahr 1614 bundesweit auch eine der ältesten ihrer Art.


Am Sonntagmorgen um halb elf in Damme: Weit und breit kein Mensch auf den Straßen. Manche Parkplätze sind mit Bauzäunen verbarrikadiert, manche Schaufenster mit Spanplatten. Dammer Dornröschenschlaf – oder doch eher die Ruhe vor dem Sturm? Am Boden sichtgeschützter Stellen finden sich einschlägig identifizierbare, festgefrorene Rinnsale. Unter welchen Umständen hier der Anstand verloren wurde, erklären die großzügig über die Innenstadt verteilten leeren Bier- und Schnapsflaschen.
 
Am Samstagabend um 20.33 Uhr eröffneten die Dammer Narren mit dem „Heiligen Abend“ den Karneval, rund 15000 Besucher feierten bis in die frühen Morgenstunden. So was hinterlässt seine Spuren im Stadtbild. Friedlich blieb es dabei, nur einige Körperverletzungs- und Verkehrsdelikte wurden in der Nacht zum Sonntag im Zusammenhang mit dem Karneval von der Polizei gemeldet.
 
Die Stille am Morgen danach wird plötzlich von einem Motorgeräusch durchbrochen. Wenig später biegt ein Trecker um die Ecke, am Steuer: eine riesige Biene. Daneben irgendetwas in Grün, wahrscheinlich ein Krokodil. Auf einem Anhänger transportieren sie den Maya-Kalender – inklusive der Weltuntergangsankündigung für den 21. Dezember. Auf der anderen Straßenseite taucht plötzlich der Weihnachtsmann auf und begrüßt die Tiere im Trecker mit einem lauten „Helau!“. An 362 Tagen im Jahr ist Damme eine ganz normale Kleinstadt – an den drei übrigen Tagen allerdings fest in Narrenhand.
 
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Text: Markus Pöhlking
Foto:  Gert Westdörp

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